Die Geschichte des Bauernverbandes

  • Gründung des "Saarländischen Bauernverein" in Saarlouis.

  • Diplom-Landwirt Meiers wird Hauptgeschäftsführer.

  • Die Herausgabe einer Bauernzeitung mit dem Titel „Saarländisches Bauernblatt“ wird von der Militärregierung befristet erlaubt. Jede einzelne Ausgabe der Zeitschrift war der Militärregierung 48 Stunden vor Drucklegung zur Zensur vorzulegen.

  • Der Saarländische Bauernverein zählt über 5.000 Mitglieder. Schon ein Jahr später hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt.

  • Die französisch-saarländische Zollunion tritt in Kraft. Sie beendete die ungehinderte Einfuhr französischer Landwirtschaftsprodukte ins Saarland. Von nun an kann es mit der saarländischen Landwirtschaft aufwärts gehen.

  • Der „Landjugendbund Saar“ wird gegründet. Die Geschäfte werden seit der Gründung von Mitarbeitern des Bauernverbands Saar miterledigt.

  • Die Pflicht-Altersversicherung für Landwirte wird eingeführt. Durch eine Vertragsvereinbarung zwischen der Berufsorganisation und der Abteilung Krankenversicherung in der LVA (heute AOK) wird der freiwillige Beitritt von Landwirten und ihren Familienangehörigen in eine gesetzliche Krankenversicherung ermöglicht.

  • Bei der Volksabstimmung zum Saarstatut im Jahr 1955 verhält sich die bäuerliche Berufsorganisation gemäß eines Beschlusses des Landesvorstands neutral. Nach der Volksabstimmung kommt es jedoch zu Neuwahlen, sowohl im Landesvorstand als auch in den Kreisen. Peter Schneider aus Dagstuhl wird neuer Landesvorsitzender. Noch im gleichen Jahr tritt er sein Amt an Hermann Steitz aus Websweiler ab.

  • Die Generalversammlung verabschiedet eine neue Satzung. Der „Saarländische Bauernverein e.V.“ wird in den „Bauernverband Saar e.V.“ umbenannt. Im Oktober tritt man dem Deutschen Bauernverband (DBV) bei. Durch den Beitritt wird eine kontinuierliche Fortentwicklung des Verbands und vor allem Einflussnahme auf Agrarbeschlüsse der Bundesregierung und des Parlaments gewährleistet.

  • Die ersten Jahre nach der Wiedereingliederung des Saarlands sind durch harte Verhandlungen mit der Bundesregierung gekennzeichnet. Die Erhaltung des sozialen Besitzstandes sowie die Einfuhren französischer Agrargüter im Rahmen des Saarvertrages sind die Hauptthemen. Erst 1963 wird der Durchbruch in der Anpassung der landwirtschaftlichen Sozialpolitik erzielt. Ein "Sozialversicherungs-Angleichungsgesetz Saar" sichert den Erhalt der vom Bauernverband Saar erreichten sozialen Errungenschaften.

  • Die Verkürzung der Übergangszeit für die Vereinheitlichung der Preise in der EG bringt in den Jahren 1967 bis 1970 die ersten massiven Protestmaßnahmen des DBV und seiner Landesverbände. Eine Reihe von Großdemonstrationen werden auch an der Saar durchgeführt.

  • Im Saarland wird mit Vehemenz die Verbesserung der Agrarstruktur voran getrieben. Es werden fast 400 Aussiedlungsverfahren durchgeführt, zahllose Anliegersiedlungen werden gefördert. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe nimmt deutlich ab.

  • Zum ersten mal wählt eine Delegiertenversammlung den Verbandspräsidenten. Hermann Steitz legt sein Amt nach 19-jähriger Amtszeit nieder. Viktor Klein aus Ballern tritt das Amt des Präsidenten an.

  • Die Jahre 1970 bis 1980 bringen auf EG-Ebene einen massiven Widerstand gegen Preiskürzungs- und Mengenbeschränkungspläne, der sich in zahlreichen Protestveranstaltungen mit Beteiligung des Bauernverband Saar manifestiert.

  • Aufgrund der großen Trockenheit und einer daraus bedingten Futterknappheit, kommt es zu einer Solidaritätsaktion des Niedersächsischen Landvolks gegenüber den saarländischen Bauern. Es werden 480 Waggons Futterstroh ins Saarland gebracht, Dürredarlehn gewährt, die Transportkosten übernommen, Bundeswehr (in Niedersachsen) und französische Soldaten (im Saarland) übernehmen den Transport zu und von den Bahnstationen, die Landjugend übernimmt das be- und entladen.

    Eine Klausurtagung des Präsidiums des Deutschen Bauernverbands findet in Saarbrücken statt. Es wird ein Entschluss zur Einführung einer Milchkontingentierung gefasst. Der Beschluss geht als „Saarbrücker Erklärung“ in die agrarpolitische Diskussion ein und ist wegweisend für die Einführung der "Quote".

  • Die Milchkontingentierung wird eingeführt. Es tritt eine grundlegende Änderung der Milcherzeugung ein. Sehr schnell wirde den Landwirten klar, dass die Milchquote einen Vermögenswert darstellt. Dies bewirkt einen neuen Strukturschub. Auslaufende- und Nebenerwerbsbetriebe geben die Milchproduktion auf und verpachteten ihre Milchquote zur Aufbesserung des Altersruhegeldes.

  • Die Schrumpfung der Landwirtschaft im Saarland dauert an. Die Zusammenfassung der Landwirtschaftsproduktion in immer weniger Betriebe, zwingt den Bauernverband schließlich zur Kooperation mit der Rheinischen Bauernzeitung. Zum Jahresende wird die Herausgabe des „Saarländischen Bauernblatts“ eingestellt, ebenso die des „Saarländischen Bauernkalenders“.

    Hans Lauer wird Hauptgeschäftsführer des BVS.

  • Der Verband wendet sich seit Beginn der 90iger Jahre, zusätzlich (Regional-)Vermarktungsfragen zu. Mit Unterstützung der amtlichen landwirtschaftlichen Stellen wie Landwirtschaftskammer und der Landesregierung werden neue Wege in der Vermarktung von Veredlungsprodukten gesucht und gefunden. Mit der Bewerbung des Herkunftszertifikats „Vom Saarlandwirt“ wird 1995 ein weiterer Schritt getan.

  • Ökonomierat Viktor Klein legt aus gesundheitlichen Gründen nach 25 Jahren sein Amt nieder. Seit 10.November ist Klaus Fontaine aus Saarwellingen-Reisbach der Präsident des BVS.

  • Mitte 2000 wird die Buchstelle vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd übernommen. Sie verbleibt im Gebäude und die Übernahme der Klienten erfolgt gleitend.

  • findet die EU-Agrarreform statt. Es erfolgt die Entkopplung und eine Umstellung der Produktionsbezuschussung hin zur Flächenprämie. Es ist ein Erfolg für den saarländischen Bauernverband, dass die seit 1992 erfolgte Reform durch die 35 %ige Umverteilung der nationalen Mittel, die Benachteiligung der saarländischen Bauern zum Teil ausgleicht.


    Die Mitgliederzahlen des Bauernverbandes schrumpfen in jedem Jahr um etwa 2-3 %. Die Landjugend liegt etwa bei 10 % der Mitgliederstärke des Bauernverbandes. Man hofft den durch den starken Strukturwandel zahlenmäßig immer weniger werdenden Landwirten im Saarland noch lange eine eigenständige und qualitativ hochwertige Vertretung des Berufsstands gewährleisten zu können. Denn nur ein geschlossen agierender Berufsstand kann auch etwas bewegen. Und das soll das Hauptanliegen des BVS für seine Bauern sein.

Präsidenten & Geschäftsführer

Präsidenten

Hauptgeschäftsführer

1946-1953 Josef Kurtz
1953-1956 Johann Müller-Rau
1956 Peter Schneider
1956-1974 Hermann Steitz
1974-1999 Viktor Klein

1999-2017

Klaus Fontaine

seit 2017
Peter Hoffmann
1947-1949 Diplom Landwirt Meiers
1949-1959 Peter Baller
1959-1991 Norbert John
seit 1992 Hans Lauer