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Von Kohle, Koks und Kühen, von Direktvermarktung und Party(-service) - Der Herbstausflug des Landjugendbund Saar.

Am vorletzten Wochenende unternahm der Landjugendbund Saar einen Ausflug in Richtung Münster. Ziel war der große Bullenball in der Messe Münster. Schon im Vorfeld hatte der Landjugendbund großes Glück, denn der Landesvorsitzende hatte bei einer Verlosung einen kostenlosen Transfer vom Saarland nach Münster und zurück von der Warsteiner Brauerei gewonnen. Erste Station der Reise war der Betrieb der Familie Steineshoff in Mühlheim a. d. Ruhr. Die Familie betreibt eine erfolgreiche Direktvermarktung. Der Betrieb verfügt über eine eigene Metzgerei, einen Hofladen und eine Landscheune für Veranstaltungen. Johann Steineshoff mit seinen 15 Angestellten vermarktet alle selbst erzeugten und viele zugekaufte Produkte. Die Rahmenbedingungen für Direktvermarktung am Standort sind optimal. Etwa 40.000 PKW fahren täglich am Betrieb vorbei. Zusätzlich ist das Ruhrgebiet ein dicht besiedelter Raum, der eine große potentielle Kundschaft mit sich bringt, so dass der Betrieb an diesem Standort hervorragend aufgestellt ist. Nach einem ordentlichen Mittagessen bei Familie Steineshoff ging es weiter in Richtung Essen. Die 19 Personen starke Gruppe hatte eine Führung in der Zeche Zollverein gebucht. Besichtigt wurde der oberirdische Teil der Schachtanlage „Zollverein 12“. Entlang des Wegs der Kohle aus dem Schacht bis zum Waggon oder später in die Kokerei gab es viele interessante Stationen, wie etwa die Abladestation, das Verleseband und die Kohlenwäsche. Gestärkt nach einer kurzen Pause im alten Silo der Kokerei ging es dann im zweiten Teil durch die Kokerei. Die Teilnehmer mussten feststellen, dass sich die Koksproduktion genauso schlecht von heute auf morgen reduzieren lässt, wie etwa die Milchproduktion. Wenn man einen Kammerofen abschalten möchte geht die komplette „Batterie“ kaputt, drosseln lässt er sich auch nicht, da er sonst überhitzt. Um den Ofen wieder anschalten zu können bedarf es einem kompletten Neubau! Nach der eindrucksvollen vierstündigen Führung waren alle wieder froh im warmen Bus zu sitzen der Richtung Hotel fuhr. Der „Bullenball“, der eigentlich eine große Party ist konnte mit drei Tanzbereichen aufwarten, in einem Bereich gab es eine Live-Band die sich mit einem DJ abwechselte. Kaum auf der Party angekommen war es auch schon Zeit fürs Frühstück J. Nächstes Ziel war die B-M.W.-Agro KG in Kleve, ein Betrieb in dem über 1000 Kühe gemolken werden. Bemerkenswert war nicht nur die Betriebsgröße: 600 ha Fläche, mehr als 1000 Kühe, 12.000 m² überdachte Stallfläche, 10,5 Mio. kg Referenzmenge, 870 KW Biogasanlage usw. sondern auch die Detailtreue des Betriebsleiters. Auch wenn ein solches Betriebskonzept im Saarland nur schwer umzusetzen sein wird konnten dennoch sehr viele Anregungen für die Betriebe zu Hause mitgenommen werden. Da der Betrieb direkt am Rhein liegt wurde die Gelegenheit genutzt in einer Gaststätte am Rheinufer zu Mittag zu essen, bevor es auf den Heimweg ging. Einen kleinen Halt gab es noch beim Braunkohleabbau Garzweiler im Rheinischen Braunkohlerevier ein. Zu sehen gab es ein gigantisches Loch und riesige Maschinen in der Kölner Bucht, die als landwirtschaftlicher Gunstraum gilt. Deutlich wurde der Gruppe auch der Konflikt zwischen Abbau von Kohle und Landwirtschaft. Nach Abbau der Braunkohle soll das verbleibende Restloch zu einem See mit 23 Quadratkilometern Fläche umgestaltet werden. Diese Fläche wird der Landwirtschaft entzogen, das macht nachdenklich.

Alle Teilnehmer hatten auf jeden Fall viel Spaß auf unserer Fahrt und gelernt wurde auch jede Menge. Die Landjugend ist gespannt wo es nächsten Herbst hin geht.